Projekt 2019.1

gothic/sacral

Schon länger überlegte ich mir, wie ich fotografisch voran kommen kann, was mich weiterbringt, wie ich etwas fotografieren kann, dass sonst nicht mein Stil ist und wie ich meine Follower daran teilhaben lassen kann. Die Idee war jeden Monat ein Bild zu fotografieren, zu dem mir meine Follower auf Facebook das Thema vorgeben. Gedacht getan, ich machte einen Aufruf und bekam ganz viele Vorschläge. Ideen hatte ich sofort im Kopf, die Umsetzung gestaltet sich allerdings manchmal schwierig. Ich werde euch im folgenden Blog genau erklären, wie ich an das Thema ranging und auch die unperfekten Bilder der Enstehung zeigen, die man sonst als Kunde nicht sieht!

Für den Januar wählte ich das Thema "gothic/sacral". Ich hatte gleich Kathi im Sinn, mit ihr fotografierte ich schon öfter und wusste demnach auch, dass das Thema genau ihr Ding ist. Und ich sah sie in meinen Gedanken schwarz gekleidet und geschminkt in einer kleinen Kapelle. Soviel zur Idee!

Ich verabredete mich mit ihr für einen Sonntag, 16.30 Uhr, damit es schon ein bisschen dämmert. An Equipment packte ich nicht viel ein, Kamera, Aufsteckblitze, Kerzen, das wars. Ich probierte vor dem Shooting auch nichts aus, hatte nur meine Bilder im Kopf! An besagtem Tag führ ich mit ihr in den Goldbacher Wald, zur Kapelle. Natürlich war es noch nicht dunkel und sie war mit ihrem Gothicoutfit der Magnet aller Spaziergänger. Mehrere Kinder kamen in die Kapelle und fragten, was wir machen. Ich fing dann erstmal an die Blitze einzustellen, Kathi durfte noch ihre warmen Sachen anlassen, denn es war ganz schön kalt! Ich wollte die Mutter-Gottes-Figur von unten anleuchten, dass man die Figur nur schemenhaft erkennen kann und es etwas mystisch aussieht. So, erstmal den kleinen Altar umgeräumt, dass Platz für den Blitz ist, Blitz aufgestellt, Probebild geschossen:

 

"Super, sieht schonmal kacke aus." dachte ich mir. Die Figur an sich war ja ganz gut beleuchtet, aber der Blitz hellte drumrum viel zu viel auf. Kathi hat sich dann mal dazu gestellt. Also, so gefiel mir das gar nicht. Ich wollte Mystic und Kopfkino und das war ne helle Kapelle mit ner dunklen Kathi:

Blitz wieder weg, stattdessen Kerze her:

Auch nix, jetzt sah man von der Maria und ihrem Baby gar nichts mehr! Dann machte ich die Handytaschenlampe an und legte das Handy unter die Figur und versuchte Kathi mit dem Blitz von unten anzuleuchten.

Jetzt dachte ich: "ok, so langsam komme ich meinem Ziel näher!" Die Figur ist zwar zu dunkel, das kann ich in Photoshop richten und Kathi war nicht mehr dunkel, das Licht von unten und die Schatten im Gesicht gefielen mir gut. Jetzt stellte ich noch hinter ihr einen Blitz auf, um ihre Konturen sichtbar zu machen.

Das hatte den positiven Nebeneffekt, dass Maria auch etwas heller wurde. Ich musste nur noch die richtige Position für den Blitz und die perfekte Kameraperspektive finden. Und dann hatte ich das finale Bild:

Mit ein wenig Einsatz von Photoshop entstand dann letztendlich mein erstes Bild des Projektes, das Januarbild mit dem Thema gothic/sacral:

Es war eine tolle Erfahrung, ich habe definitiv dazu gelernt, in einem Bereich, den ich sonst nicht fotografieren würde und freue mich auf das Bild im nächsten Monat!